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Borussia Mönchengladbach verliert das Nachholspiel des 12. Spieltages hochverdient mit 0 - 2 gegen den FC Bayern.
Der dpa-Spielbericht:
Bayern schlägt Gladbach: Effenberg entscheidet Duell der Gegensätze
Mönchengladbach - Bayern München 0:2 (0:2)
Mönchengladbach (dpa) - Ausgerechnet Stefan Effenberg hat Borussia Mönchengladbach dem Abstieg einen weiteren Schritt nähergebracht und den FC Bayern München auf Titelkurs gehalten. Der Mittelfeldstar erzielte am Mittwoch beide Tore zum 2:0 (2:0)-Erfolg seines neuen Arbeitgebers beim krisengeschüttelten Ex-Klub, der sich am Tabellenende festgesetzt hat. Vor 34 500 Zuschauern beendete der FC Bayern seine schwarze Serie auf dem Bökelberg, auf dem er mehr als elf Jahre nicht mehr gewonnen hat. In der achten Minute brachte Effenberg den deutschen Rekordmeister in Front, in der 27. Minute verwandelte er einen Foulelfmeter zum 2:0.
Das große Duell der 70er-Jahre entwickelte sich von Beginn an zum erwarteten Duell der Gegensätze. Die Verlegenheits-Formation der Gladbacher, die gleich 13 Akteure ersetzen mußten, hatte nicht den Hauch einer Siegeschance. Trotz der Personalnot entschloß sich Trainer Rainer Bonhof in der 52. Minute, den wie alle anderen Gladbacher schwachen Torjäger Polster für Feldhoff aus dem Spiel zu nehmen, womit er sich den Zorn der ohnehin enttäuschten Fans zuzog und den schwelenden Konflikt mit dem Österreicher fortsetzte.
Die Bayern gingen wie schon am Sonntag gegen Leverkusen wesentlich aggressiver zu Werke, waren ihrem Gegner auch in der Spielkultur meilenweit überlegen und offenbarten phasenweise einen Klassenunterschied. Die von Ottmar Hitzfeld getreu seinem Rotationsprinzip umgestaltete Abwehr, in der neben dem gesperrten Babbel auch Matthäus und Lizarazu Pause hatten, kam kaum einmal in Bedrängnis.
Die frühe Führung durch Effenberg, der nach einer Hereingabe von Tarnat unbedrängt ins langte Eck schießen durfte, ließ die ohnehin nervösen Gladbacher noch aufgeschreckter über den Platz irren. Fast zwangsläufig kam der FC Bayern zur Vorentscheidung, als Strunz von Asanin gefoult wurde und Effenberg den fälligen Strafstoß souverän verwandelte. Im Gegenzug hätte Pflipsen die Partie noch einmal spannend gestalten können, doch scheiterte der Mittelfeldspieler an Bayern-Torhüter Kahn.
Danach geriet der 13. Saisonsieg des Spitzenreiters nicht mehr in Gefahr, obwohl der Titelverteidiger nur das Nötigste zur SWicherung der Führung tat. In der zweiten Halbzeit hatte die Partie mehr und mehr den Charakter eines Trainingsspielchen, indem sich die Gladbacher als dankbarer, weil zweikampfscheuer Sparringspartner erwies. Auch mit angezogener Handbremse hätte der FC Bayern das Ergebnis noch in die Höhe schrauben können, wenn Elber und Basler nicht so fahrlässig mit ihren Möglichkeiten umgegangen werden.
Die Statistik:
Borussia Mönchengladbach - Bayern München 0:2 (0:2)
Mönchengladbach: Enke - Andersson - Klinkert, Asanin - Hausweiler, Schneider, Eichin (68. Anagnostou), Ketelaer - Pflipsen - Polster (52. Feldhoff), Pettersson
München: Kahn - Jeremies (72. Helmer) - Kuffour, Linke - Strunz, Basler (78. Bugera), Effenberg, Fink, Tarnat - Jancker (68. Salihamidzic), Elber
Schiedsrichter: Krug (Gelsenkirchen)
Tore: 0:1 Effenberg (8.), 0:2 Effenberg (27., Foulelfmeter)
Zuschauer: 34.500 (ausverkauft)
Beste Spieler: - Effenberg, Tarnat
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: Ketelaer (3), Pettersson (2) - Jeremies (3)
Der Bilderreigen:
Die spielentscheidenden Szenen:
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Effe erzielt das 1 - 0 |
Asanin foult Struuunz |
Der Mann des Abends |
Impressionen vom letzten Bundesligaheimspiel gegen Bayern für viele Jahre:
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Effe läuft an ... |
...und trifft locker zum 0 - 2 |
Frust bei Klinkert |
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Mario hat gut lachen... |
P>
Rainer Bonhof und |
Markus Feldhoff dagegen nicht |
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und nochmals Frust |
Tonis Abschied vom Bökelberg ? |
Der Nachbericht (dpa):
Effenbergs Gala am Bökelberg beschert Bayern Punktepolster
Donnerstag, 17. Dezember 1998
Mönchengladbach - Die Rückkehr von Stefan Effenberg an den Bökelberg geriet zur persönlichen Gala des ehemaligen Gladbacher Mittelfeldspielers und verzückte Fans wie Trainer auf beiden Seiten. «Er ist für seine überragende Leistung belohnt worden», meinte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem im Schongang erspielten 2:0 (2:0)-Erfolg des Tabellenführers beim Schlußlicht Borussia Mönchengladbach. «Er hat eindrucksvoll bewiesen, daß er hier ein Feuerwerk abbrennen wollte», sagte Borussen-Trainer Rainer Bonhof. Effenberg, der an seiner alten Wirkungsstätte mit zwei Treffern die Partie im Alleingang entschied und auch von den Gladbacher Fans für seine Leistung mit Applaus bedacht wurde, genoß die Anerkennung mit einem weinenden Auge. «Für Gladbach wird es schwer drinzubleiben. Woher wollen die noch 29 Punkte holen?», fragte der früher am Bökelberg häufig kritisierte Spielmacher.
Uli Hoeneß relativierte den Erfolg seines Teams, das auf dem Triumphzug durch alle Wettbewerbe und mit einem dicken Punktepolster zur Halbserie kaum zu stoppen ist, gegen eine Gladbacher Mannschaft, die in dieser Verfassung in der Bundesliga nicht überstehen kann. «Das war sicher kein großes Spiel von uns gegen einen stark ersatzgeschwächten Gegner. Man muß sehen, gegen wen wir gespielt haben. Die Gladbacher werden mit ihrer Situation überhaupt nicht fertig», betonte der Bayern-Manager, der in den 70er Jahren aktiv an den packenden Duellen zwischen Bayern und Borussia beteiligt war. «Es überkommt mich eine große Wehmut, wenn ich an die großen Kämpfe von früher denke. Heute hatte man nie das Gefühl, daß etwas passieren kann.»
Trainer Ottmar Hitzfeld wehrte sich dagegen, daß sein Team den Sieg im «Schongang» eingefahren habe, gab aber zu: «Wir haben schon gesehen, daß Gladbach sehr verunsichert war. Nach den frühen Toren haben wir rational gespielt, Ball und Gegner laufen lassen und weniger riskiert nach den hohen Belastungen der vergangenen Wochen», meinte der Münchener Coach, dessen Rotationsprinzip diesmal Rekord- Nationalspieler Lothar Matthäus und einmal mehr Kapitän Thomas Helmer zum Opfer fielen. Ob Helmer, der in der Schlußphase eingewechselt wurde, den Klub in der Winterpause verläßt, ließ Hitzfeld offen. Die Entscheidung soll nach dem letzten Spiel am kommenden Samstag gegen Wolfsburg fallen.
Entschieden war die Partie im zum zweiten Male in dieser Saison ausverkauften Bökelbergstadion bereits nach acht Minuten, als Effenberg einen präzisen Paß von Michael Tarnat ungehindert zum Führungstreffer verwandelte und die Borussia in der Folgezeit wie das Kaninchen vor der Schlange erstarrte. Nach Effenbergs Elfmetertreffer (27.) zum 2:0 geriet die Partie der ungleichen Teams zu einem durchschnittlichen Trainingsspielchen. «Wir haben uns in der Pause vorgenommen, den Anschlußtreffer zu erzielen. Wenn man aber da unten steht, fehlt einem jegliches Selbstvertrauen», meinte Gladbachs Manndecker Michael Klinkert.
Leicht verärgert war Bayern-Trainer Hitzfeld über die schwache Chancenauswertung. «Elber hätte zwei oder drei Tore schießen können, wenn ihn seine Mitspieler nicht übersehen hätten, weil sie zu egoistisch gedacht haben», sagte der Erfolgscoach von der Isar, der von seinem Team noch einmal 90 Minuten höchste Konzentration fordert. «Wir müssen noch einmal drei Punkte holen, dann können wir feiern.» (dpa)
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