Der elfte Spieltag

am Samstag, den 07. November '98 um 15.30 Uhr im VfL Stadion am Berliner Ring gegen

VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg

7 - 1

Bild:

Gnadenloses Bild-Zeitungs-Niveau

GLADBACH LÄSST SICH VON WOLFSBURG ABSCHLACHTEN - EIN TRÜMMERHAUFEN VERABSCHIEDET SICH AUS DER BUNDESLIGA !

[maba] Borussia Mönchengladbach ist eine Woche nach dem vermeintlichen Tiefpunkt gegen Leverkusen noch eine Stufe weiter gefallen. Beim VfL Wolfsburg gab es eine nie erwartete 7 - 1 Klatsche, obwohl Borussia bereits in der dritten Minute durch Toni Polster mit 1 - 0 in Führung gegangen war.

?

Danach bot Gladbach eine vollkommen desolate Leistung und verlor auch in dieser Höhe vollkommen verdient. Das nunmehr Konsequenzen folgen müssen, ist klar. Denn so geht es auf gar keinen Fall weiter.

Das bei Wolfsburg ausgerechnet Juskowiak (Foto) zwei Tore erzielte, paßte ins Bild. Der Pole gab hinterher in sehr verständlichem Deutsch (in Gladbach konnte er es angeblich nie) bekannt, daß er sich besonders freue, gegen seine alte Mannschaft getroffen zu haben.

Es gibt Tage, da kann einem wirklich übel werden ... Stolperkönig Juskowiak trifft zum 3 - 1

Der Spielbericht des sid:

Schlußlicht Gladbach erneut desolat


V
fL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach 7:1 (4:1)
Wolfsburg (sid) Der Bundesliga-Traditionsklub Borussia Mönchengladbach hat in Wolfsburg ein weiteres dunkles Kapitel seiner Vereinsgeschichte geschrieben. Eine Woche nach dem 2:8-Heimdebakel gegen Bayer Leverkusen mußten die Rheinländer auch beim VfL Wolfsburg eine bittere 1:7 (1:4)-Schlappe hinnehmen. Die Position von Trainer Friedel Rausch ist nach der erneuten Blamage gefährdeter denn je.

Danke für letztes Jahr - und tschüß ...

Vor 15.375 Zuschauern ergaben sich die Gäste nach einer kurzzeitigen Führung durch den siebten Saisontreffer des Österreichers Toni Polster in der dritten Minute fast willenlos in ihr Schicksal. Speziell in der ersten Halbzeit war gegen die konfuse Gladbacher Abwehr fast jeder Schuß ein Treffer. Der Pole Andrzej Juskowiak war in der 14. und 45. Minute zweimal erfolgreich, darüber hinaus trafen Charles Akonnor (6.) und Roy Präger (41.).

Nach dem Seitenwechsel waren Präger und Akonnor (69./72.) erneut erfolgreich, zwischenzeitlich hatte der Schotte Brian O’Neil in der 52. Minute den fünften Wolfsburger Treffer erzielt.

Die sechste Niederlage in Folge war ein Spiegelbild der deutlichen Gladbacher Unterlegenheit. Anders als am 9. Mai dieses Jahres, als sich der ehemalige Uefa-Pokalsieger an gleicher Stelle mit einem 2:0-Sieg den Klassenerhalt gesichert hatte, fehlte trotz der äußerst prekären Tabellensituation die Einstellung zum Spiel und zum Gegner völlig.

Das 3 - 1 durch Präger - Paßlack hielt den verfrühten Winterschlaf

Wo ist Paßlack ?

und schon wieder vergeblich geflogen

gegen Gladbach trifft halt jeder

Die Hintermannschaft war ein Torso, der junge Torhüter Robert Enke nur zu bedauern. Die Unzulänglichkeiten im Gladbacher Spiel setzten sich im Mittelfeld fort, wo Kapitän Karlheinz Pflipsen mehr durch sein Gestikulieren als durch Fußballspielen auffiel. Auch der Angriff war ein Totalausfall, die Hintermannschaft der Wolfsburger wurde nur höchst selten ernsthaft gefordert.

Der einzige mit Bundesliganiveau - trotz 15 Gegentoren

Dem Team von Coach Wolfgang Wolf wurde es sehr leicht gemacht, den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortzusetzen. Das 7:1 bedeutete nicht nur den höchsten Bundesligasieg aller Zeiten für die Niedersachsen, es war auch der dritte Erfolg hintereinander. Nur Enke sowie mit Abstrichen der zumindest bemühte Mittelfeldspieler Peter Wynhoff erreichten bei den Gladbachern Normalform. Überragende Wolfsburger waren die zweifachen Torschützen Akonnor und Juskowiak.


Die Statistik:

Wolfsburg: Reitmaier - Ballwanz - O'Neil (66. Kryger), Thomsen - Greiner, Nowak, Dammeier, Akonnor (72. Reyna), Kapetanovic - Präger (70. Baumgart), Juskowiak

Mönchengladbach: Enke - Klinkert - Witeczek (65. Hagner), Asanin - Paßlack (46. Ketelaer), Sopic, Pflipsen, Wynhoff, Schneider - Polster, Pettersson (80. Chiquinho)

Schiedsrichter: Dardenne (Nettersheim)
Tore: 1:0 Polster (3.), 1:1 Akonnor (6.), 2:1 Juskowiak (14.), 3:1 Präger (41.), 4:1 Juskowiak (45.), 5:1 O'Neil (52.), 6:1 Präger (69.), 7:1 Akonnor (72.)
Zuschauer: 15.375
Beste Spieler: Akonnor, Juskowiak - Enke, Wynhoff
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: O'Neil (4), Präger (3) - Paßlack (2), Ketelaer (2), Pflipsen
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Friedel Rausch (Trainer Borussia Mönchengladbach)
"Nach diesem Spiel fehlen mir fast die Worte. Ich bin natürlich maßlos enttäuscht, 15 Gegentore in zwei Spielen habe ich noch nie erlebt. Leid tut mir unser Torhüter Robert Enke, der an allen sieben Treffern schuldlos war."

Auf Wiedersehen:

...niemals geht man so ganz ......das wars...

Der Ausblick:

[maba] Wenn der Gladbach-Fan den Namen Wolfsburg hört, dann denkt er sofort an "das Wunder von Wolfsburg". Dort zog Borussia Mönchengladbach im Frühjahr '98 in allerletzter Sekunde den Kopf aus der Schlinge und rettete die Klasse - um sich in dieser Saison wieder in allerhöchste Abstiegsgefahr zu begeben.

Es wäre nicht verkehrt, wenn sich die Spieler und Verantwortlichen die Momente von Wolfsburg nochmals ins Gedächtnis rufen, wenn sie wieder dort antreten. Alles hätte nur dann einen größeren Sinn, wenn der Abstieg nicht nur aufgeschoben wäre ...

Friedels Sternstunde ...

Die Stunde des Siegers - kann Rausch nochmals in Wolfsburg jubeln ?

Ein Wiedersehen gibt es in Wolfsburg (wenn er denn spielt) mit Andrzej Juskowiak, der im Sommer für 2,4 Millionen vom Bökelberg nach Wolfsburg verkauft wurde. Der Pole, in Gladbach nie glücklich geworden, hat auch in Wolfsburg keinen leichten Stand. Nachdem er anfänglich immer zur ersten Mannschaft gehörte, war der einstige "Weltauswahlspieler" (wurde er tatsächlich zu Gladbacher Zeiten !!!) zuletzt oft nur Ersatz. In Gladbach weint man ihm keine Träne nach, zumal seine Nachfolger wesentlich erfolgreicher sind.

Für Borussia steht nach der 2 - 8 Klatsche gegen Leverkusen fest, daß ab sofort jedes Spiel ein Endspiel ist. Gerade gegen potentielle Konkurrenten im Abstiegskampf muß gepunktet werden. Die Wolfsburger haben jedoch gerade etwas Oberwasser, durch den Sieg bei 1860 München. Die Borussen müssen dagegen fast eine komplette Mannschaft ersetzen und haben den Schock vom Fiasko gegen Leverkusen sicher noch in den Knochen. Aber - es sind Profis und es geht mehr denn je um die Existenz des Vereins. "Wir woll'n Euch kämpfen sehn" - das ist das Mindeste ...

Die übrigen Partien des 11. Spieltages:

Duisburg

Nürnberg

1 - 1

Leverkusen

Stuttgart

So.

Bochum

Hertha

2 - 0

Hamburg

Schalke

2 - 2

Freiburg

Kaiserslautern

0 - 1

Rostock

Frankfurt

1 - 1

Bayern

1860

3 - 1

Bremen

Dortmund

1 - 1


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